Sekundäre Kunst

Sekundäre Kunst ist eine Kunst, die beim ersten Blick unbemerkt bleibt. Genauer gesagt, es ist eine Kunst den Prozess ihrer Wahrnehmung zu beobachten. Um die Wahrnehmung sichtbar und/oder hörbar zu machen, werden aus kontextspezifischen Komponenten die bild- (oder ton-) produzierende Vorrichtungen zusammengebaut. Diese Vorrichtungen werden zu technischen Erweiterungen der natürlichen Sinne. Ein Herz wird zu einer Trommel (Herzentanz), ein Mund zu einem Lautsprecher (Medium) und Ohren zu einer Fernsehantenne (Die Mobile Séance).
  
Sekundäre Kunst ist Wiederverwertung von Überproduktion. Alle Kunstwerke können gemeinnützig sein, sobald sie bei der öffentlichen Versorgungsbetriebe zum Einsatz gebracht werden: ein alter Telefonkasten verwandelt sich zu einer Laterne (Der leuchtende Kasten), ein stilgelegter Solarbrunnen wird zu einer öffentlichen Steckdose (Plug-in-Fountain) und die Künstlerpiss – zu einem Bildschirm (Narzisse).
  
Sekundäre Kunst ist nicht originell. Sie ist bloß die nächste Wiederholung von allem, was alle andere Künstler auch tun: Performances, Skulpturen, Kurzfilme, Zeichnungen, Fotografien, Videoinstallationen und ortsspezifischen Projekte

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